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DER BRIEF DES TEUFELS

Was hat es mit diesem unheimlichen Dokument auf sich?

Am 11. August 1676 finden die Nonnen des Klosters Madre Crocifissa am Boden ihrer Zelle liegend, das Gesicht mit schwarzer Tinte verschmiert. Sie hat ein Stück Papier bei sich, das mit rätselhaften Zeichen beschrieben ist. Madre Crocifissa berichtet, der Teufel sei in ihrer Zelle erschienen und wollte sie dazu zwingen, in seinem Namen einen Brief an Gott zu schreiben …

Die Botschaft, die in diesem Brief enthalten ist, wird sie nie verraten - sie nimmt ihr Geheimnis mit ins Grab.

Das Dokument, das sich auch heute noch im Kloster befindet, wird im Laufe der Jahrhunderte immer wieder von Wissenschaftlern untersucht, doch über dreihundert Jahre lang kann niemand die mysteriösen Schriftzeichen entziffern.

Erst im September 2017 gelingt es dem Science Center in Catania, den Brief des Teufels mithilfe eines Dekodierungs-Programmes aus dem Darknet zu entschlüsseln.


Der Brief des Teufels spielt eine wichtige Rolle in meinem Roman. Deshalb beginnt er - obwohl die Geschichte von Filomena in den 1980er-Jahren spielt - mit diesem Prolog:

Prolog

11. August 1676


Äbtissin Serafica schrie auf, als sie die Zellentür von Maria Crocifissa della Concezione öffnete. Im gleichen Moment presste sie sich die Hand vor den Mund, denn im Kloster waren laute Geräusche verboten. Trotzdem hatten die anderen Nonnen den erstickten Laut gehört und eilten durch den Gang herbei. Dabei erfüllten sie die drückend heiße Luft mit dem Geraschel ihrer Gewänder und dem Trippeln ihrer Füße. Die erste Nonne, welche die Zellentür erreichte, war Lanceata.

»Was ist passiert?« Sie schob sich an der Äbtissin vorbei, um einen Blick in Crocifissas Zelle zu werfen.

Ihre Schwester saß zusammengesunken auf dem Boden, bleich und schwer atmend. Sie stützte sich mit beiden Armen ab, als hätte sie vergeblich versucht aufzustehen. Ihr Kopf hing herab und ihr Blick war starr auf den Boden gerichtet. Neben ihr lag ein umgekipptes Tintenfass, aus dem eine schwarze Pfütze sickerte und sich um Crocifissas Schreibfeder sammelte.

»Was ist mit dir?«, flüsterte Lanceata und näherte sich der Nonne vorsichtig. Sie kniete sich hinter ihre ältere Schwester und berührte sanft ihre Schulter. Sie wusste, wenn Crocifissa einen ihrer Zustände hatte, durfte man sie nicht aufschrecken.

Die Nonne antwortete nicht. Nur ein kaum hörbares Ächzen kam über ihre Lippen. Lanceata sah, dass sich die Schweißperlen, die unter ihrem weißen Schleier hervortraten, kurz vor ihrem rechten Ohr zu einem Rinnsal sammelten.

»Sie ist nicht bei Sinnen«, flüsterte Lanceata den anderen Frauen zu, die sich vor der Tür drängten. »Sie hat wieder eine ihrer Visionen.«

»Hoffentlich haben sie ihr diesmal nicht allzu übel mitgespielt«, murmelte die Äbtissin und bekreuzigte sich.

Ruckartig richtete Crocifissa ihren Oberkörper auf, hob den Kopf und schaute ihre Schwester mit stierem Blick an. Lanceata zuckte zurück. Crocifissas linke Gesichtshälfte war mit schwarzer Tinte verschmiert.

Nun streckte die Nonne ihrer Schwester wortlos ein Stück Papier entgegen. Lanceata konnte die merkwürdigen Zeichen darauf nicht entziffern.

»Was ist das?«

Das Blut unter Crocifissas wächserner Haut schien langsamer zu fließen und kälter zu sein als sonst. »Das ist der Brief des Teufels«, wisperte sie.



Was genau an diesem drückend heißen Augusttag 1676 passiert ist, und welche Botschaft der Brief des Teufels enthält, erfahrt ihr natürlich im Roman … ;-)





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„Was ist das?“, fragte Lanceata.

Das Blut unter Crocifissas wächserner Haut schien langsamer zu fließen und kälter zu sein als sonst. „Das ist der Brief des Teufels“, wisperte sie.

Das Originaldokument befindet sich im Kloster von Palma di Montechiaro,
 in Madre Crocifissas Zelle.

Eine Kopie wird in der

Kathedrale von Agrigent aufbewahrt.

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