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DER KALVARIENBERG

Graf Giulio ließ auf einem Hügel hinter dem Dorf 1650 die Chiesa della Luce - die Kirche des Lichts - errichten. Er stellte die Stationen des Kreuzwegs nach, und jeden Freitag lief Familie Tomasi mit einem echten Holzkreuz zu Fuß den „Calvario“ hinauf. In der Kirche wurde eine Kopie des Turiner Grabtuchs aufbewahrt, die sich jeden Freitag im März blutrot färbte. Giulio Tomasi zog sich oft in eine der Mönchszellen zurück, um sich selbst zu geißeln.

Während der Pest-Epidemie wurde die Kirche als Quarantäne-Lazarett genutzt. Der Legende nach wurden dort viele Hände mit langen Fingernägeln gefunden, da den Pestkranken diese nicht mehr geschnitten wurden. Nach ihrem Tod trockneten die Körper aus, wodurch die Fingernägel noch länger schienen ... Seitdem trägt sie auch den Spitznamen „Kirche der langen Fingernägel“.

Auf dem Kalvarienberg sollen schwarze Messen gefeiert worden sein, und die Dorfbewohner lassen dort keine ungetauften Kinder hingehen. Man sagt, nachts ist der Hufschlag eines Pferdes zu hören und eine schwarze Gestalt streicht durch die Ruine ...

„Geh nicht dorthin, Filomena.
Dort weht der Wind des Todes.“

DIE CHIARAMONTE-BURG

Das Castello Chiaramonte (1353), das auf einem Felsen hoch über dem Meer thront, war ein wichtiger Umschlagplatz für Waren und ein Stützpunkt im Kampf gegen die Piraten. Der Legende nach befindet sich im inneren des Berges ein komplexes Tunnelsystem, in dem ein Piratenschatz versteckt ist. Wenn man an einem Freitag eine Jungfrau dort zurücklässt und sie erst am Sonntag wieder holt, findet man ihn angeblich.

Die Burgkapelle beherbergt eine Marienstatue aus Marmor. 1553 wurde sie von türkischen Korsaren geraubt, doch sobald diese ihre Beute auf das Schiff gebracht hatten, wurde sie so schwer, dass die Piraten um ihr Leben fürchteten. Damit das Schiff nicht unterging, warfen sie die Statue ins Meer. Vor Zorn schlug der Kapitän ihr das Haupt ab.

Die Dorfbewohner tauchten ihre Madonna und deren Kopf wieder nach oben und klebten ihn fest. Seitdem wird die „Madonna del Castello“ an jedem Sonntag nach Ostern in einer Pilgerwallfahrt, die viele Menschen barfuß gehen, für einen Monat ins Dorf gebracht, wo sie erst im Dom und dann in der Klosterkirche allen Gläubigen zugänglich ist. Auf ihrem Weg wird sie von den edelsten Pferden der ganzen Provinz begleitet.

Der unterirdische Gang

Familie Tomasi soll einen unterirdischen Gang angelegt haben, der den Kalvarienberg mit der Chiaramonte-Burg verbindet und bis ins Dorf hineinführt. Der „Tunnel der sieben Pforten“ soll auch einen geheimen Zugang im Kloster haben.